KREATIVwirtschaften
Friedrichshain-Kreuzberg



In Berlin hat sich die Kreativwirtschaft in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Der hohe Identifikationsgrad mit kreativer Tätigkeit, der Bildungswert, Image- und Attraktivitätsgewinne der jeweiligen Standorte sowie die anhaltende Aufbruchstimmung und hohe überregionale Mobilität unter den Akteuren machen eine systematische Untersuchung der räumlichen und organisatorischen Strukturen der Kreativwirtschaft notwendig.

 

Für die Stadtentwicklung stellt die Kreativwirtschaft und das wirtschaftliche und gesellschaftliche Agieren ihrer Akteure ein strukturelles Paradoxon dar: Die Kreativen werden von den Attributen und Möglichkeiten bestimmter Standorte angezogen, tragen aber möglicherweise in der Summe ihrer individuellen Entscheidungen diesen Standort „zu erobern“ zur Erosion gerade dieser Möglichkeiten bei. Kreativ wirtschaften präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung der Kreativwirtschaft in Berlin am Beispiel des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Unter Kreativwirtschaft werden unterschiedlichste Akteure und Branchen mit zum Teil völlig konträren organisatorischen Logiken und räumlichen Beziehungen subsumiert.

 

Wenn in dieser Studie von Kreativwirtschaft die Rede ist, so sind sowohl die Künstler als Kernbereich dieses heterogen und breit gefächerten Wirtschaftsfeldes gemeint, als auch die kulturellen Produktions- und Distributionsbereiche des Buch- und Pressemarktes, der Musikwirtschaft, der Film- und Fernsehwirtschaft, des Kunstmarktes, der darstellenden Kunst, des Werbemarktes, der Software-, Internet- und Multimediabranche sowie des Bereiches Architektur und kulturelles Erbe. Neben der Analyse der teilbranchenspezifischen Arbeits- und Produktionsbedingungen innerhalb der Kreativwirtschaft wurde deren Wirkung auf die regionale Wirtschaft untersucht.

 

Die Künstler wurden in dieser Studie aufgrund ihrer zum Teil völlig anderen Verwertungsinteressen hinsichtlich ihrer künstlerischen Produkte gesondert analysiert.
Die Studie gibt wertvolle Fakten und Einschätzungen für alle, die sich als Kultur- oder Wirtschaftspolitiker, Stadt- und Regionalplaner oder Wissenschaftler mit der Kreativwirtschaft oder ihren einzelnen Teilbranchen sowie deren Wechselwirkungen mit Kunst und Kultur befassen.

 

Melanie Fasche, Marco Mundelius, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): KREATIVwirtschaften, Kreativwirtschaft in Berlin am Beispiel von Friedrichshain-Kreuzberg, 2. Auflage, apercu Verlagsgesellschaft mbH, Berlin 2008, ISBN 978-3-938810-05-7, 15 Euro.

 

Die Studie kann beim apercu Verlag, Gubener Straße 47, 10243 Berlin, Tel. 29371-557 oder bei der Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg, Tel. 90298-4014/-4015, www.wirtschaftsfoerderung-friedrichshain-kreuzberg.de bestellt werden.