Angebote für pflegende Angehörige 2011

… wenn plötzlich Pflege notwendig ist



„Ihr Mann hat Demenz“. Diese Diagnose veränderte auch das Leben von Gisela-Elisabeth Winkler entscheidend, hat doch ihr Mann danach schnell die Sprache verloren, wurde bewegungsunfähig, spastisch, saß im Rollstuhl. Allein das Anziehen eines Unterhemdes wurde zum Problem. So entstand aus dem alltäglichen Problem die Idee, Wäsche zu entwerfen, die einfach anzuziehen ist.

Die achte Ausgabe des Ratgebers für pflegende Angehörige bietet pflegenden Angehörigen und Fachleute n viele nützliche Informationen und Hinweise. Gemeinsam herausgegeben von der RAGA, der Regionalen ArbeitsGemeinschaft Alten- und Angehörigenberatung und der apercu Verlagsgesellschaft mbH, finden sie hier Adressen und Ansprechpartner, Informationen, die meist plötzlich gefragt sind, über kleine und größere Hilfsmittel ebenso wie zu organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten der Pflege, zu Beratungs- und Entlastungsmöglichkeiten.

 „Die meisten Menschen werden über viele Jahre mit viel Zeit und liebevoller Zuwendung zu Hause gepflegt. Dies ist eine enorme gesellschaftliche Leistung, die wir nicht genug wertschätzen können und die unser aller Bewunderung verdient!“, so RAGA-Sprecherin Gabriele Tammen-Parr von Pflege in Not, die aber auch weiß: „Durch die teilweise jahrelange Pflegezeit geht den Angehörigen oft die ,Puste’ aus und es stellen  sich Fragen: Wie geht es weiter, wo kann ich mir Hilfe holen, wer unterstützt mich, wo gehe ich hin, wenn ich laut und aggressiv werde? Wir haben daher die wichtigsten Angebote für pflegende Angehörige in dieser Broschüre zusammengestellt in der Hoffnung, dass sie ein Stück Wegweiser sein können in der Organisation und Bewältigung der Pflegesituation.  Wir geben Informationen und Adressen u. a. zu Kurzzeitpflegen, Tagespflegen, Gesprächsgruppen, zur Pflege psychisch Kranker, zu den Pflegestützpunkten, niedrigschwelligen Betreuungsangeboten, Mobilitätshilfediensten, den Kontaktstellen PflegeEngagement und vielem mehr.“

Ausführlich werden Erfahrungen mit Demenz-WGs geschildert auch als eine Alternative zu den herkömmlichen Pflegeheimen, es wird das neue Wohnteilhabegesetz hinterfragt und erklärt, was die „Pflegenoten“ über Pflegeeinrichtungen aussagen - und was auch nicht. Frank Schumann von der Fachstelle für pflegende Angehörige gibt Tipps, worauf Interessierte vor Ort achten sollten.

Der Ratgeber für pflegende Angehörige ist kostenfrei erhältlich und liegt an vielen öffentlichen Stellen im Gesundheits- und Pflegebereich in Berlin aus. Er ist bei den Mitgliedern der RAGA und bei der apercu Verlagsgesellschaft mbH, Gubener Str. 47, 10243 Berlin, Tel. 293 71-400 erhältlich. Gegen Einsendung von 1,45 Euro in Briefmarken kann er hier auch  bestellt werden.